Nicht jeder Altbau laesst sich sofort komplett auf eine Wärmepumpe umstellen. In solchen Faellen kann eine Hybridheizung die ideale Übergangsloesung sein: Die Wärmepumpe übernimmt den Grossteil der Heizarbeit, waehrend die bestehende Gas- oder Oelheizung nur an den kaeltesten Tagen einspringt. Das Ergebnis: 60 bis 80 Prozent weniger fossiler Brennstoff bei moderaten Investitionskosten.

Was ist eine Hybridheizung?

Eine Hybridheizung (auch bivalentes System genannt) kombiniert eine Wärmepumpe mit einem konventionellen Waermeerzeuger (Gas- oder Oelkessel). Die beiden Systeme arbeiten nicht gleichzeitig, sondern abwechselnd: Bei milden Temperaturen (über dem sogenannten Bivalenzpunkt) heizt die Wärmepumpe allein. Bei sehr tiefen Temperaturen (unter dem Bivalenzpunkt, typisch -5 bis -10 Grad) übernimmt der fossile Kessel. In der Übergangszone koennen beide Systeme nach Bedarf wechseln.

Der Bivalenzpunkt

Der Bivalenzpunkt ist die Aussentemperatur, ab der die fossile Heizung die Wärmepumpe unterstuetzt oder ersetzt. Er wird so gewaehlt, dass die Wärmepumpe moeglichst viel der Heizarbeit übernimmt, aber nicht überdimensioniert werden muss. Ein typischer Bivalenzpunkt liegt bei -3 bis -7 Grad. In der Schweiz liegen die Temperaturen im Mittelland an ca. 95% aller Heizstunden über -3 Grad. Das bedeutet: Die Wärmepumpe deckt 90 bis 95 Prozent der Heizarbeit ab, der fossile Kessel springt nur an wenigen Tagen ein.

Wann macht eine Hybridheizung Sinn?

Eine Hybridheizung ist sinnvoll wenn die bestehende Oelheizung noch einige Jahre funktioniert (Restlebensdauer 3 bis 8 Jahre), das Gebaeude (noch) hohe Vorlauftemperaturen benoetigt (über 55 Grad), eine schrittweise Sanierung geplant ist (zuerst Hybridheizung, dann Gebaeudehuelle, dann vollstaendige Umstellung), und das Budget für einen kompletten Systemwechsel nicht ausreicht.

Einsparungen: 60 bis 80 Prozent weniger Brennstoff

Da die Wärmepumpe den Grossteil der Heizarbeit übernimmt, sinkt der Verbrauch an Heizoel oder Gas drastisch. In einem typischen Schweizer EFH mit bisher 2'500 Litern Heizoelverbrauch pro Jahr reduziert sich der Verbrauch auf 400 bis 800 Liter. Das entspricht einer Einsparung von CHF 1'800 bis 3'000 pro Jahr bei aktuellen Oelpreisen.

Die Stromkosten für die Wärmepumpe liegen bei CHF 800 bis 1'200 pro Jahr. Die Netto-Ersparnis betraegt somit CHF 600 bis 1'800 pro Jahr. Bei Investitionskosten von CHF 15'000 bis 22'000 für die zusaetzliche Wärmepumpe (kleiner dimensioniert als bei monovaletem Betrieb) amortisiert sich das System in 8 bis 15 Jahren.

Schweizer Ausstiegsstrategie: Fossile Heizungen

Die Schweiz verfolgt das Ziel Netto-Null bis 2050. Mehrere Kantone haben bereits Verbote oder Einschraenkungen für fossile Heizungen beschlossen. Basel-Stadt hat seit 2017 ein Verbot neuer Oelheizungen. Zuerich verbietet seit 2022 den Ersatz von Oelheizungen in Neubauten und bei Heizungsersatz (mit Ausnahmen). Weitere Kantone folgen mit ähnlichen Regelungen.

Die Hybridheizung kann als Übergangsloesung dienen, um den sofortigen Komplettaustausch zu vermeiden. Langfristig sollte das Ziel jedoch der vollstaendige Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sein. Planen Sie die Hybridheizung als Zwischenschritt zu einem rein erneuerbaren System.

Förderung: Hybrid vs. Komplettaustausch

Die Foerdersituation für Hybridheizungen ist weniger guenstig als für den Komplettaustausch. Das Gebäudeprogramm foerdert primaer den vollstaendigen Ersatz fossiler Heizungen. Hybridloesungen erhalten in vielen Kantonen eine reduzierte oder keine Förderung. Der Grund: Die Politik moechte den vollstaendigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen foerdern, nicht den teilweisen.

Wenn finanzierbar, ist der Komplettaustausch daher fast immer die bessere Wahl: Hoehere Förderung, niedrigere Betriebskosten und keine verbleibende Abhaengigkeit von fossilen Brennstoffen.

Vor- und Nachteile im Überblick

AspektHybridheizungKomplettaustausch
InvestitionCHF 15'000 - 22'000CHF 22'000 - 45'000
FörderungGering bis keineCHF 3'000 - 10'000
CO2-Reduktion60 - 80%100% (mit PV)
ZukunftssicherheitMittel (Übergang)Hoch
BetriebskostenModeratNiedrig
UnabhaengigkeitTeilweiseVollstaendig

Empfehlung: Wenn moeglich, entscheiden Sie sich für den Komplettaustausch - die Förderung und langfristige Einsparung machen ihn wirtschaftlicher. Die Hybridheizung ist eine sinnvolle Option, wenn die bestehende Heizung noch funktioniert und eine schrittweise Sanierung geplant ist. In jedem Fall: Kombinieren Sie die Wärmepumpe mit einer PV-Anlage für maximale Einsparung.

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